Friday, January 13, 2012

Wir können es schaffen!


Zu meiner Überraschung gefällt immer mehr mein Botanik- Kurs mir.  Ja, ich weiß, dass Pflanzen wesentliche Organismen auf der Erde sind.  Doch dachte ich nie, dass ich je das Studieren von Pflanzen genießen würde.  Das Praktikum dieses  Mittwochs war zum Thema „Blattbau und Blattstellung.“  Ja wohl!  Ich nötigte mich vorher zu lernen, aber das war bestimmt ärgerlich.  Es gibt so viele Begriffe und Kleinigkeiten, nur für ein bloßes Blatt!  Aber ist ein Blatt wirklich so bloß?  In dem Praktikum bekamen wir fast zu Ende ein Exemplar von Mäusedorn (Ruscus aculeatus).  Unsere Aufgabe war zu finden, was ein Blatt war.  Wenn man Mäusedorn sieht, denkt man, klar hier sind Blätter.  Es gibt viele große Blätter.  Da wir schon lernten, dass ein „Blatt“ wegen des Begriffs eigentlich viele zusammengesetzte Blätter sein kann, war ich misstrauisch.  Jedes große Blatt hatte auch ein Tragblatt.  Tragblätter unterstützen neue Seitenachsen.  Ach so!  Dann ist das große Blatt eigentlich eine Seitenachse!  Was ist denn noch übrig?  Die kleine Blätter neben der Blüte auf dem großen „Blatt“ (Seitenachse)!  Ich riss ein echtes Blatt ab und zeigte es meinem deutschen Nachbarn an.  „Hmm ich weiß nicht“ sagte er.  Genau, so erstaunlich war es!  Nach der Professorin uns die Antwort gab, stimmte er mit mir zu.  Dieser Moment war ein wichtige Selbstvertrauen- Anstieg für mich.  Obwohl ich im fremden Land bin, obwohl Deutsch meine zweite Sprache ist, habe ich mehr Motivation als meine Kommilitonen!  Ich kann diesen Kurs leisten!            

Am Donnerstagabend ging ich nach einer Vorlesung, die „50 Jahre Unabhängigkeit in Afrika. Kontinuitäten, Transformationen, Herausforderungen“ heißt.  Der Referent war Prof. Thomas Bierschenk aus der Uni Mainz.  Zuerst redete er ein bisschen über die Hintergrund von diesem Zeitraum in Afrika.  Von 1950-70 hatte die Welt nach dem Ende Kolonialisierung vielen Optimismus über die Entwicklung von Afrika.  Doch war dieser Anblick ab 1970 eher pessimistisch.  Aber jetzt seit 2005 gibt es nochmals Optimismus.  Bierschrank sprach über eine neue Investorperspektive, der „Afrikanische Löwe“, ähnlich zu dem „Asiatische Tiger.“  Das Bildungssystem wird langsam immer besser.  Jetzt bekommen 77% von sub- saharan afrikanischen (SSA) Kindern primären Bildung und 27% Sekondären Bildung.  Auch wird immer mehr Eisenbahnwesen in Afrika gebaut werden.  Er zeigte uns eine Karte mit Eisenbahnwesen in Europa und Afrika an.  Es ist wirklich unglaublich wie unentwickelt die Eisenbahnwesen in Afrika sind im Vergleich zu ihren Nachbarn Europa.  Da das Binnenland sehr groß und ohne Grundinfrastruktur ist, ist es wirklich keine Überraschung, dass der Human Development Index noch so tief in SSA ist.  Die Chinesen bauen eigentlich im Moment viele Eisenbahnwesen und andere Infrastruktur  in Afrika.  Das gefiel mir.  Auf jeden Fall haben wir noch viele Arbeit übrig in Afrika, aber gemeinsam können wir einen positiven Eindruck machen!

Heute hatte ich die Chance Mittagessen mit Emily, Alec und Ian, meinen Middlebury Kommilitonen, in dem Campus Restaurant Diwan zu haben.  Mein Döner Sandwich und Gratis- Tee waren nicht schlecht, aber besser war alles mit den anderen nachzuholen.  Alle hatten wunderbare Weihnachtsferien, aber jetzt sind wir wieder an der Arbeit.  Na ja, aber halte durch!  Wir können es schaffen!  Danke fürs Lesen und bis nächstes Mal!

PS- Wenn du Zeit hast, ein sehr gutes PBS Botanik Video von meiner Mutti: http://video.pbs.org/video/1283872815/

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